Ausgezeichnete Entwürfe für Jugendbibliotheken: heute "Eine Landschaft im Raum"
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Nach dem großen Erfolg 2009 veranstaltete die ekz vom 1. Oktober 2010 bis 31. Januar 2011 zum zweiten Mal einen Ideenwettbewerb für Architekten, Innenarchitekten, Designer, Studenten und Planer. Gesucht wurden Entwürfe für die Gestaltung neuer unkonventioneller Räume in Bezug auf die Gesamteinrichtung und die Entwicklung eines Einzelmöbels für eine Jugendbibliothek. Das Motto lautete "medien(t)räume: raumvisionen".
Saskia Scheithauer aus Weimar entwickelte ihre Idee "Eine Landschaft im Raum" für den Wettbewerb. Grundgedanke war, eine Einrichtung zu entwerfen, die aus einzelnen, differenzierten Modulen besteht, welche untereinander individuell miteinander kombinierbar sind.
Liege- und Sitzelemente können durch Verbindungsteile so gereiht werden, dass ganze Gebirgslandschaften entstehen. Ähnlich
wie bei einem Bruchschollengebirge, wachsen tektonische Gesteinsfragmente aus dem Boden, verschieben sich gegeneinander
und bilden ein Landschaftsrelief. Aufgrund der vielseitigen Kombinierbarkeit der einzelnen Module ergeben sich durch deren Stapelung auch Formen, die bis unter die Decke reichen und so den Raum komplett bespielen. Diese Lesehöhlen bilden für Kinder und Jugendliche eine attraktive Rückzugsmöglichkeit, die eine gewisse Privatsphäre beim Durchstöbern von Büchern oder während der Nutzung von zur Verfügung gestellten Notebooks, bietet.
Die Liegelandschaften, die immer wieder von Bücherfelsen durchbrochen werden, sind gerade für jüngere Nutzer interessant, weil hier neben der geistigen Aktivität auch eine körperliche gefragt ist. Nur durch das Klettern über die Bruchschollen kann der gewünschte Liege- oder Sitzplatz erreicht werden. Das Hochplateau ist das "Highlight" des Raumes. Von hier aus kann der gesamte Jugendbereich überblickt werden. Wer hier auf der Galerie seine Nachforschungen betreibt, verpasst nichts, was in der Bibliothek vor sich geht.
Das Hauptaugenmerk liegt aber auf der Kreativität der Nutzer, die sich ihre Umwelt selbst gestalten können. Die Fantasie, das Aneignen von Wissen und die Interaktion mit dem Raum bedingen und beeinflussen sich gegenseitig.
Die robusten, feuerfesten Raummöbel aus Kunststoff sind innen hohl und zum Beschweren mit Wasser befüllbar. Bei Überkopfkonstruktionen erfolgt die Fixierung der einzelnen Module untereinander über Stahlgurte. Das Kunststoffprodukt ist zu 100 Prozent wiederverwendbar, indem es einfach zermahlen und erneut als Kunststoffgranulat in den Produktionskreislauf eingebracht wird.
(Saskia Scheithauer)
Ihre Ansprechpartnerin:
Brigitte Fritschle
Telefon 07121 144-210
Brigitte.Fritschle(at)ekz.de


