ekz SHOPS

Abstracts zu den Vorträgen

"Die Bibliothek im Zeitalter des Kunden"

Johannes Neuer 

In seinem Impulsvortrag erläutert Johannes Neuer, ab 1. Januar 2019 Bibliothekarischer Direktor der ekz, anhand von Fallstudien aus seiner Arbeit an der New York Public Library (NYPL), wie Mitarbeiterfeedback, Weiterbildung und Digitalisierung zu einer ganzheitlichen Verbesserung der Kundenerfahrung führen. Als Beispiele dafür dienen moderne Anwendungen des Dialog-Marketings, interne Fokusgruppen mit Kolleginnen und Kollegen der NYPL, neue Kernwerte, die auf exzellenten Kundenservice abzielen und iterative Veränderungen von digitalen Angeboten, durch die mehr Nutzer gewonnen und höhere Ausleihzahlen erzielt werden.

"Von der bestands- zur kundenorientierten Bibliotheksplanung"

Anja Thimm

Im Zeitalter der Digitalisierung und der virtuellen Räume könnte man annehmen, dass der physische Raum von Bibliotheken immer unwichtiger wird. Vermehrt erfolgen Recherchen über das Internet, Bücher werden in Form von E-Books konsumiert und Streaming-Dienste genutzt. Die Anzahl der physischen Medien geht in einigen Segmenten zurück und dennoch gewinnt der Raum von Bibliotheken zunehmend an Bedeutung. Bibliotheken befinden sich im Wandel von reinen Ausleihinstitutionen zu Aufenthalts- und Begegnungsorten. Es werden Nutzerarbeitsplätze benötigt, Lesecafés, Loungebereiche, Gamingstationen und Makerspaces. Die Anforderungen der Bibliothekskunden haben sich geändert. Es besteht vermehrt das Bedürfnis nach Entspannung und Kreativität – danach, die Bibliothek als Freizeitstätte zu nutzen. Dennoch bleibt sie ebenso Ort des Lernens und der Wissensvermittlung. Nun gilt es, den Raum Bibliothek diesen Nutzerbedürfnissen anzupassen.

"Kundenfokus mit Weitblick: Produktentwicklung in Partnerschaft"

Dr. Sabine Homilius & Hanke Sühl

Die Digitalisierung verändert im Bibliothekswesen viele Prozesse, die sowohl nach innen als auch nach außen wirken. Die neuen E-Services  kommen den Bibliothekskundinnen und -kunden zugute. Unsere Leitfrage bei der Entwicklung neuer Produkte lautet: Wie können wir für die verschiedenen Kundengruppen zeitgemäße und erfolgreiche Services anbieten? Ein Beispiel aus der schulbibliothekarischen Arbeit ist die Bestellplattform, die es Lehrkräften und Schulbibliotheksmitarbeitern ermöglicht, den Bestandsaufbau für ihre Schulbibliothek digital zu organisieren. In den öffentlichen Bibliotheken wird die Stadtbücherei ab 2019 E-Government-Services wie die Online-Anmeldung, die Online-Verlängerung des Bibliotheksausweises und E-Payment einführen. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung auch interne bibliothekarische Kernprozesse, etwa beim Lektorat oder in der Erwerbung. Sie beeinflusst Kunden sowie Mitarbeitende und bedingt Haltungsänderungen auf beiden Seiten. Konstruktive Partnerschaft entsteht dann, wenn schon in der Phase der Produktentwicklung diesem Thema Raum gegeben wird.